27. NOVEMBER 2009

Maximale Sauberkeit in der Montage und im Prüfbereich im Audi Werk Neckarsulm

Seit über einem Jahr hat Thomas Busch einen neuen Aufgabenbereich im Audi Werk in Neckarsulm. Er trägt die Verantwortung für die Sauberkeit der Böden in der A4 Montage und im Prüfbereich des A4 und A6. Eine Aufgabe, die er erst nach Überwindung einiger technischer und bürokratischer Hindernisse uneingeschränkt erfüllen kann, denn Thomas Busch ist kleinwüchsig. Sein wichtigstes Arbeitsmittel ist dabei eine modifizierte Reinigungsmaschine des Rellinger Reinigungsspezialisten Nilfisk.

 

Dieser Anwenderbericht ist im Fachmagazin "Produktion", verlag moderne industrie GmbH, Ausgabe 38/2009
erschienen.

 

Bereits vor fast 24 Jahren begann Thomas Busch seine Arbeit im Audi Werk in Neckarsulm. Zufrieden war er immer, doch sein neuer „Job“ gefällt ihm überaus gut. Er, der begeisterte Autofahrer, ist heute Fahrer einer modernen Aufsitz-Reinigungsmaschine. Was sich zunächst einfach anhört, war eine Entscheidung, die in erster Linie von der sozialen Verantwortung des Arbeitgebers getragen wurde und auch heute noch uneingeschränkt getragen wird.

 

Es begann mit einem Schreiben des Integrationsamts an die Personalabteilung des Audi Werks in Neckarsulm. Hier, wo man der Integration von Menschen mit Behinderung sehr aufgeschlossen gegenübersteht, stand es außer Frage, einen weiteren vollwertigen und barrierefreien Arbeitsplatz zu schaffen. In einem Gremium, in das alle Entscheidungsträger einbezogen wurden, entschied man sich dafür, dass die Bodenreinigung einen praktikablen Ansatz bot. Da die Bodenflächen in dem ausgewählten Bereich sehr umfangreich sind, kam das Unternehmen nicht umhin, nach einer geeigneten Aufsitz-Reinigungsmaschine zu suchen. Einige Mitglieder des Gremiums erinnerten sich an die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Reinigungsspezialisten Nilfisk, einem der weltweit größten Hersteller von professioneller Reinigungstechnik. Bereits nach dem ersten Gespräch mit dem zuständigen Fachberater, Hans Dobesch, war klar, dass das Modell Nilfisk BR 800S den Anforderungen am nächsten kam. Um die Maschine den Körpermaßen von Thomas Busch anzupassen, mussten – ähnlich wie bei seinem Auto – einige Veränderungen vorgenommen werden. Bereits nach drei „Anproben“ passte die BR 800S wie angegossen.

 

Die Umbauten hielten sich in überschaubarem Rahmen. Ein zusätzliches Sitzpolster ermöglicht dem kleinwüchsigen Fahrer eine ergonomische Sitzposition, die auch nach mehrstündiger Arbeit nicht zu vorzeitiger Ermüdung führt. Für das Gas- und das Bremspedal wurde eine podestähnliche Erhöhung konstruiert, die eine zuverlässige und sichere Bedienung ermöglicht. Darüber hinaus erhielt die Maschine eine Aufstiegshilfe, um Thomas Busch den Zugang zum Arbeitsplatz zu erleichtern. Das Ergebnis: Die Gesamtlösung war sowohl einfach als auch kostengünstig.

 

Bis auf die Aufstiegshilfe sind die Sonder-Umbauteile so konstruiert und befestigt, dass sie mit wenigen Handgriffen entfernt werden können. Damit lässt sich die Maschine auch von normalwüchsigen Personen problemlos bedienen. Ein Vorteil, der zum Beispiel für eine einfache Überbrückung der Urlaubszeit sorgt.

 

Abgesehen von den Umbauten ist alles andere an diesem Arbeitsplatz völlig „normal“. Täglich um 7:00 Uhr beginnt Thomas Busch mit der Reinigung seines zirka 1.000 Quadratmeter großen Zuständigkeitsbereichs. Mit der Nilfisk BR 800S schrubbt er im stets wiederkehrenden Turnus den Boden in 81 Zentimeter breiten Bahnen. Nur bei besonders starken Verschmutzungen wird auch zwischendurch gereinigt. Kurzzeitig unterbrochen wird die Arbeit von dem gelegentlichen Wechsel von Tellerbürsten auf Reinigungspads. Während die dunklen trittsicheren Böden mit den Bürsten besonders effektiv gereinigt werden, hat sich der Einsatz von Pads auf den hellen Industrieanstrich-Böden als sinnvoll erwiesen.

 

Obwohl ein hoher Reinigungsstandard gefordert wird, genügen Wasser und ein Grundreiniger als Reinigungschemie. Das Wasser aus dem 113 Liter fassenden Tank und der separat mitgeführte Grundreiniger werden durch das EDS-Dosier-System erst unmittelbar vor den Bürsten (Pads) zusammengeführt. Dieses optional integrierte On board-Tool sorgt für eine dauerhaft korrekte Dosierung. Einmal eingestellt, garantiert es ein permanent optimales Mischungsverhältnis und gewährleistet einen sparsamen und umweltverträglichen Verbrauch.

 

Da die Scheuersaugmaschine eine komplette Schicht lang durchgehend arbeiten soll, stehen Thomas Busch drei Batteriesätze zur Verfügung. Während der eine Satz in der Maschine seine Leistung abliefert, wird ein zweiter Satz neu geladen. Der dritte Satz steht für Notfälle bereit, um stets auf der sicheren Seite zu sein. Schließlich soll die Arbeit nicht durch Ausfälle der Maschine blockiert werden. Der Austausch der Batteriesätze erfolgt mit einem kleinen Kran, damit Thomas Busch nicht auf Fremdhilfe angewiesen ist.

 

Wenn es trotzdem zu Problemen kommen sollte, die ein einzelner nicht lösen kann, ist Gerd Burkert, Facility Manager an der Montagelinie des Audi A4, da, um umgehend Abhilfe zu schaffen. Die beiden verstehen sich als ein erfolgreiches Team, das lieber über Lösungen spricht, als Probleme zu sehen. Gefördert wird diese Zusammenarbeit auch von dem Fertigungsabschnittsleiter (FAL) Günter Weinreuter. Er war bereits bei der Entscheidung und Schaffung des neuen barrierefreien Arbeitsplatzes mit hohem Engagement involviert. Weinreuter vertritt die Meinung, dass jeder am richtigen Platz eingesetzt werden muss, um ein gutes Gesamtergebnis zu erzielen. Zudem ist er davon überzeugt, dass Thomas Busch genau am richtigen Platz sitzt und dort einen wirklich guten Job macht.